Desinfektionsmittel selber machen

Wir möchten hier zwei Rezepte vorstellen, wie du selbst Desinfektionsmittel herstellen kannst. Eines der Rezepte basiert auf den Empfehlungen der WHO.

Rezept 1

Du brauchst:

  • 40 ml Aloe Vera Gel
  • 7 ml Wodka
  • 3 ml fettes Pflanzenöl (z.B. Mandelöl)
  • 15 Tropfen Ätherische Öle

Zubereitung:

Alle Zutaten in eine Flasche füllen und gut schütteln.


Rezept 2

Um sicher zu gehen, dass das Desinfektionsmittel auch wirklich effektiv gegen Viren hilft ergänzen wir hier noch das Rezept der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Zutaten sind in jeder Apotheke erhältlich. Du brauchst:

  • 833 ml Ethanol (96 % Vol.) – oder 752 ml Isopropylalkohol (99,8 % Vol.)
  • 42 ml Wasserstoffperoxid (3-prozentig)
  • 15 ml Glycerin
  • 110 ml abgekochtes oder destilliertes Wasser – bei der Verwendung von Isopropylalkohol: 192 ml
  • Messbecher
  • Glas- oder Plastikflasche mit einem Liter Fassungsvermögen

Zubereitung:

Ethanol, Wasserstoffperoxid und Glycerin in die Flasche füllen. Wasser ergänzen und Flasche zügig verschließen. Danach mehrmals schütteln, um Zutaten gut zu vermischen.

23. Mai 2020
Servietten Einwegmaske

Wenn es mal schnell gehen muss und man keine Mund-Nasen-Maske zur Hand hat dann kann man sich innerhalb weniger Augenblicke eine Einwegmaske aus einer Serviette basteln. Wie das funktioniert zeigen wir dir hier:

Zur Anleitung.

8. Mai 2020
Rezepte mit Fichtenspitzen

Wer hat’s gewusst? Auch Fichte kann man im Frühjahr essen…  Wir zeigen euch 3 Rezepte:

Rezept 1: Wildkräuter-Pesto aus Fichtenspitzen

Zutaten:
Pesto und Pasta geht immer
– 40-50 Fichtenspitzen (schneller gesammelt, als man denkt)
– 80 Gramm Parmesan
– Pinienkerne oder geriebene Mandeln
– 1 Spritzer Zitronen- oder Limettensaft
– 1TL Zucker/Honig/Agavendicksaft
– Olivenöl
– 1/2TL Salz – lieber noch einmal nachwürzen
– Etwas weißer Pfeffer

Zubereitung:
1. Die Fichtenspitzen in lauwarmem Wasser waschen und trockentupfen und in einen Mixer geben/klein schneiden.
2. Die Pinienkerne in einer ungefetteten Pfanne anrösten.
3. Den Parmesan reiben und ebenfalls in den Mixer. Den Zitronen- / Limettensaft dazugeben, ebenso den Zucker und das Salz und dann ein paar Mal die Pfeffermühle drüber drehen.
4. Mit Olivenöl auffüllen, bis etwa ¾ der Masse bedeckt ist. Mixer an – fertig!


Rezept 2: Wildkräuter-Sirup mit Fichtenspitzen
Dieser Sirup ergibt mit eiskaltem Mineralwasser aufgegossen ein herrlich erfrischendes Getränk an heißen Sommertagen.

Zutaten:
– 80 Triebspitzen (Bitte von verschiedenen Bäumen sammeln!)
– 1 Liter Wasser
– 2 Bio- / unbehandelte Zitrone oder Limette
– 1 Kilo Zucker
– 1 TL Ascorbinsäure
– Bei Belieben: Ingwerwurzel, etwa ein Stück, so groß wie ein halber Daumen
– Bei Belieben: 2 Stängel Zitronemelisse

Zubereitung:
Die Fichtenspitzen in lauwarmem Wasser waschen und trockentupfen. Die Zitrone ebenso .Die Fichtenspitzen in einen Topf geben, mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen. Die Zitronenschale mit einem Schäler dünn abschälen und in den Topf geben. Den über Nacht stehen lassen. Den Zitronensaft auspressen und abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag Zitronensaft und die möglichen übrigen Zutaten (Zitronemelisse, Ingwer in Scheiben geschnitten) in den Topf geben. Alles aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Dann absieben und die Flüssigkeit in einem anderen Topf auffangen. Nun den Zucker und die Ascorbinsäure dazugeben, wieder aufkochen lassen und nochmals etwa 30-40 Minuten in offenem Topf köcheln lassen.Den Sirup heiß in vorher ausgekochte Schraubgläser gießen. Diese sofort verschießen, einmal kurz auf den Kopf drehen und auskühlen lassen. Die Flaschen an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahren.


Rezept 3: Maiwipfel-Shortbread

Für 40-45 Stück braucht ihr:
– 30 g junge, grüne Tannen- oder Fichtenspitzen
– 100 g Zucker
– 250 g zimmerwarme, weiche Butter
– 1 gute Prise Salz
– 1 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
– 250 g Mehl
– 125 g Maisstärke

Zubereitung:
1. Tannenspitzen waschen und sehr gut trockentupfen. Mit dem Zucker in einen Universalzerkleinerer geben und fein hacken. Oder mit einem großen Küchenmesser sehr fein hacken und dann mit dem Zucker mischen.


2. Butter, Salz und Tannenspitzen-Zucker mit dem Handrührer ca. 5 Minuten lang aufschlagen,bis die Butter weiß und cremig ist. Zitronenschale unterrühren. Mehl und Stärke mischen und auf die Butter sieben. Zuerst alles kurz mit dem Handrührer vermengen, dann kurz mit den Händen durchkneten.


3. Teig auf einem Stück Backpapier ca. 1 cm dick rechteckig ausrollen. Mit einem langen Messer schon einmal die Schnittkanten der Kekse einritzen. Teig mit einer kleinen Gabel in kurzen Abständen einstechen. Backpapier mit dem Teig auf ein Blech ziehen. Ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen (oder, wenn das Blech für den Kühlschrank zu groß ist, den Teig mit dem Papier auf ein Küchenbrett ziehen). Backofen (E-Herd) auf 170 °C vorheizen. Shortbread im heißen Ofen ca. 25 Minuten hell backen.


4. Shortbread aus dem Ofen nehmen und auf dem Blech ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Dann mit dem Messer entlang der Markierungen in Stücke schneiden. Noch etwas abkühlen lassen, dann zum vollständigen Auskühlen auf ein Gitter setzen. Zum Aufbewahren in eine Blechdose legen.

Guten Appetit!

4. Mai 2020
Upcycling Idee: Insekten-Dose

Für eine Insekten-Dose brauchst du:

  • 1 Blechdose

  • bunte Wolle

  • Schere

  • Holzperlen

  • weißer und schwarzer Filz

  • Klebstoff

  • Hammer

  • Nagel

  • Draht

  • Füllmaterial (zum Beispiel Bambusstäbe, Röllchen aus Wellpappe, Holzwolle, Stroh, dünne Zweige)

 

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So wird gebastelt:

1: Umwickle die Dose mit Wolle. Möchtest du die Farbe wechseln, schneide den Faden ab und knote einen anderen an das lose Ende. Zum Schluss verknotest du das Ende des letzten Fadens.

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2: Knote sechs gleich lange Fäden an die Unterseite deiner Dose – das werden die Insekten-Beinchen.

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3: Fädele je eine Holzperle an die Enden der Fäden. Mit einem dicken Knoten sorgst du dafür, dass die Perlen dort auch bleiben.

 

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4: Schneide je zwei große weiße und zwei kleinere schwarze Kreise aus dem Filz aus. Klebe die schwarzen Kreise auf die weißen Kreise. Die fertigen Augen klebst du auf der linken und rechten Seite der Dose fest.

 

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5: Loche den Dosenboden wie auf dem Bild zu sehen vorsichtig mit Hammer und Nagel.

 

 

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6: Ziehe ein Stück Draht zum Aufhängen durch das Loch und die Dose hindurch. Verdrehe die Drahtenden miteinander.

 

 

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7: Stecke das Füllmaterial in die Dose. Suche ein geschütztes Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon. Nun können die ersten kleinen Bewohner in ihr neues Heim einziehen!

 

 

Alle Bilder: Franziska Fiolka für GEOmini

Mit freundlicher Genehmigung der Gruner + Jahr GmbH

26. April 2020
Buchrezension: “Die Klimafreundliche Küche” von Monika Röttgen

Mit dem Buch „Die klimafreundliche Küche“ hat die Autorin Monika Röttgen einen umfassenden Ratgeber für alle Menschen, die sich über den ökologischen Fußabdruck ihrer Ernährung Gedanken machen, geschaffen. Nach einer kurzen Einführung zum immer größer werdenden Ressourcenverbrauch allgemein, widmet sich das Buch dem Thema Ernährung. Da wir mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 1,5 Tonnen CO2 für unsere Ernährung schon fast unser Gesamtbudget an CO2, das uns eigentlich zustehen würde, ausgeschöpft haben, liegt es auf der Hand, Überlegungen anzustellen, wie unser ökologischer Fußabdruck in dieser Hinsicht kleiner werden kann.

Monika Röttgen tut dies auf eine sehr anschauliche Art und Weise – ihr Schreibstil liest sich flüssig – so schmöckert man immer weiter, um zu erfahren, welche Zutaten der klimafreundlichen Küche sie als Klimatops bzw. Klimaflops einstuft. Es wird die Rolle der Landwirtschaft und da vor allem des Fleischkonsums beleuchtet, wir erfahren einiges über den Wasserverbrauch bei der Herstellung von Lebensmitteln, es geht um Transport und Lagerung, Konsum von Fertiggerichten, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln über das ganze Jahr hinweg, um Lebensmittelverschwendung oder auch um die persönlichen Einkaufsgewohnheiten.

So entsteht insgesamt ein umfassendes Bild, welche Faktoren bei einer klimafreundlichen Ernährung eine Rolle spielen. Beim Studium einzelner Zutaten und deren Energieverbrauch tritt so mancher Aha-Effekt ein und es entstehen Überlegungen, mit welcher klimafreundlichen Alternative man liebgewonnene Gewohnheiten ersetzen könnte. Gut, dass das Buch hierfür gute Tipps bereit hält. Die Einteilung in Klimaflops und Klimatops gibt Impulse, welche Zutaten wir für unsere Mahlzeiten in Zukunft mehr verwenden können – wem hier Ideen zur Zubereitung fehlen, der kann sich im Rezeptteil schöne Anregungen holen.

Außerdem gibt es auch auf der Internetseite zum Buch kreative Methoden, die zeigen, wie sich verschiedene Zutaten kombinieren lassen – dies ist alles graphisch sehr schön aufbereitet – fast ein bisschen spielerisch – so können die Prinzipien des klimafreundlichen Kochens schnell verinnerlicht werden. Wer sich mit diesem Thema auseinandersetzt, wird sich sicherlich auch bald auf die Suche nach alternativen Beschaffungsmöglichkeiten begeben – auch hier stellt das Buch Ansätze vor, die auf eine regionale, saisonale und möglichst verpackungsfreie Versorgung abzielen. Zur Abrundung dürfen natürlich auch Tipps zur Haltbarmachung von Lebensmitteln nicht fehlen. Es wird eine Menge an altem Wissen weitergegeben, von dem man vielleicht schon manchmal gedacht hatte, es sei schon in Vergessenheit geraten.

Zum Schluss gibt es noch nützliche Tipps für Verpackungsalternativen, klimafreundliches Putzen und einige schöne DIY-Anregungen. Monika Röttgens Buch trägt den Untertitel: „ein Mitmachbuch“ – und das ist es wirklich – man nimmt es immer wieder zur Hand, weil so viele interessante Aspekte darin beleuchtet sind. Es macht Lust, Dinge auszuprobieren – seien es die Wildkräuter im Mittagessen oder das Dörren überschüssiger Früchte – und je mehr man sich in das Thema hinein vertieft, desto mehr merkt man, dass es zu einer Lebensphilosophie werden kann – es zu einem Lebensstil hinführt, der viel Erfüllung und Zufriedenheit mit sich bringt – und am Schluss sogar unserem Planeten vielleicht das eine oder andere (imaginäre) Lächeln abringt.

Freya Verlag · 1. Auflage 2020 · Klappenbroschur · Fadenheftung · durchgehend vierfarbig · zahlreiche Illustrationen · 288 Seiten · Format: 17 x 22 cm · € 24,99 D/A ·

ISBN 978-3-99025-400-4

Die Autorin: Monika Röttgen, Volkskundlerin. Seit 25 Jahren im Berufsleben mit dem Schwerpunkt Kommunikation für Museen. VHS-Dozentin, „Klimafreundlich-Köchin“ und angehende Kräuterpädagogin. PR-Frau der Solidarischen Landwirtschaft „Der Dorfacker“ im nordlippischen Kalletal, dort auch Zweitwohnsitz mit Garten und Raum für Kräuter-Experimente.

23. April 2020
Rezept: Süßes für die Ostertafel

Wer Lust hat auf eine süße Nascherei – und sich dabei trotzdem gesund ernähren will – wird sicher von diesem Rezept begeistert sein. Die Rezepte von Stefanie Reeb kommen ohne Zucker aus und sind meist vegan und glutenfrei… Oft ist nicht einmal backen nötig – also sind die Köstlichkeiten auch relativ schnell hergestellt. Wer die Zutaten gerne klimafreundlicher zusammensetzen möchte kann die Datteln mit Rosinen ergänzen und die Mandeln mit Sonnenblumenkernen. Lasst es euch schmecken! – Auch wenn wir Ostern wahrscheinlich dieses Jahre alle etwas anders gestalten als sonst…

27. März 2020
1-Hektar-Workshop am 22. März 2020

+++ Diese Veranstaltung ist wegen des Coronavirus vorsorglich leider abgesagt. +++

„Wir leben nicht über unsere Verhältnisse, sondern über die Verhältnisse der anderen – und zugleich unter unseren Möglichkeiten, nämlich unseren Möglichkeiten zur Änderung der Verhältnisse.“

Stephan Lessenich, Neben uns die Sintflut (2016)

Was haben Hunger und Krieg denn damit zutun, was ich kaufe? Was haben Armut und Korruption mit dem Klimawandel zu tun? Was haben Dürre und Überschwemmungen damit zutun, was ich esse? Was haben Giftstoffe in meiner Kleidung mit dem Artensterben zutun? Was haben Flucht und Vertreibung mit unserem Wohlstand zu tun? Gefährdet die Not anderer Menschen unsere Demokratie?

In einer globalisierten Welt hängen die Dinge miteinander zusammen. Es ist nicht immer ganz einfach die Zusammenhänge zu erkennen und man kann weiter wegsehen und abwarten, wie es sich noch entwickelt. Oder man kann seine Zukunft selbst gestalten. Um die richtigen Entscheidungen treffen zu können, ist es notwendig, die Zusammenhänge zu verstehen und den Einfluss des eigenen Handelns zu messen.

Dafür eignet sich der Ökologische Fußabdruck als Messinstrument für den Ressourcenverbrauch. Er lässt sich für einen Menschen, eine Gemeinschaft oder der gesamten Menschheit berechnen.

Der 1-Hektar-Workshop von Plattform Footprint Deutschland e.V. …ist als Einstieg in die Thematik ideal, da er mit einfachen Mitteln auf spielerische Art das Kernproblem verdeutlicht. Zielgruppe: SchülerInnen und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 25 Jahren.


Der Workshop ist kostenlos und wird am 22. März 2020 bei uns in der Wandel-Werkstatt von 12-16 Uhr stattfinden. Bitte vorher bis zum 19. März bei uns anmelden (z.B über info@lippeimwandel.de), da der Workshop nur stattfinden kann, wenn mindestens 20 Personen teilnehmen! Zudem ist ein kleines Mitbringbuffet geplant. Die Veranstaltung ist für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gedacht, denen dann auch das gesamte Workshop-Material zur Verfügung gestellt wird.


Ablauf des Workshops

Zu Beginn versuchen die TeilnehmerInnen in einem Gedankenexperiment zu klären, was gerecht ist. Wie verteilen wir die knappen Ressourcen so, dass auch diejenigen, die bisher die Ressourcen noch nicht nutzen konnten, endlich davon profitieren können?

Ein kurzer Vortrag erklärt die Methodik des Ökologischen Fußabdrucks, der die Maßzahl für den Ressourcenverbrauch ist. Seine Einheit ist der Globalhektar. Der Earth Overshoot Day zeigt, dass wir weltweit mehr an Ressourcen verbrauchen, als uns die Erde zur Verfügung stellen kann. Woraus sich sofort die Frage ergibt, wieso wir hier in den reichen Ländern davon nichts merken.

Das Weltverteilungsspiel macht deutlich, wie Weltbevölkerung, Kapital und Ressourcenverbrauch verteilt sind. Es wird verständlich, dass wir in den reichen Weltregionen für den Earth Overshoot Day verantwortlich sind.

Im anschließenden 1-Hektar-Spiel entwickeln die TeilnehmerInnen einen zukunftsfähigen Lebensstil. Jedem Menschen auf der Welt steht in diesem Spiel genau 1 Hektar zu Verfügung und die TeilnehmerInnen diskutieren nun, wie sie diesen Hektar nutzen. Dabei klären sie, was man zum Leben braucht und was ihnen wirklich wichtig ist.

Mehr Infos zu Plattform Footprint findest du hier.

24. Februar 2020
BUFDI bei Lippe im Wandel?


BUFDI in der Wandel-Werkstatt!

In der Wandel-Werkstatt dreht sich alles um den ökologischen Wandel hin zu einem klimafreundlicheren Lebensstil. Sie ist Beratungsstelle für Interessierte, Veranstaltungsort und Ideenwerkstatt zugleich.

Wir suchen Menschen, die uns in Teilzeit unterstützen möchten (ca. 20 Stunden)

Die Stelle kann voraussichtlich ab Juni 2020 besetzt werden.

Zu deinem Aufgabenbereich gehören unter anderem:

  • Recherche zu Nachhaltigkeitsthemen
  • Mitarbeit und Pflege eines Online-Plattform für nachhaltige Veranstaltungen und Initiativen
  • Begleitung von Arbeitsgruppen in der Wandel-Werkstatt
  • Durchführung der Öffnungszeiten in der Wandel-Werkstatt
  • Unterstützung bei der Konzipierung und Durchführung von Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz
  • Vernetzungsarbeit

Melde dich gerne bei uns! Info: s.mueller@lippeimwandel.de, Tel: 0171 5263549

24. Februar 2020
Bodenaktionswoche vom 2.6 – 8.6

Bodenaktionswoche in Lippe

Vom 2.Juni bis 8. Juni 2019 fand die „Bodenaktionswoche in Lippe“, ausgerichtet von der Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW (NUA NRW) mit Sitz in Recklinghausen und Lippe im Wandel e.V. Detmold, statt.

Die Auftaktveranstaltung am 2.06. mit 1.000 Besuchern im Freilichtmuseum in Detmold wurde als Familienumweltfest von der NRW Umweltministerin Ursula Heinen Esser eröffnete. Sie sprach sich für den Schutz des Bodens aus und forderte mehr Wertschätzung für den Boden, der nicht nur dazu dient darauf herumzulaufen, sondern sehr wichtig ist für die Ernährung der Bevölkerung. An den Ständen der verschiedenen Initiativen und Naturschutzverbände informierte sie sich bei einem Rundgang und kurzen Gesprächen.


Für Dienstag den 4 . Juni 2019 hatte Lippe im Wandel zu einem Vortrags- und Diskussionsabend in die WandelWerkstatt Detmold eingeladen. Der Referent, Jasper Holler, stellte die Arbeit der BioBodengenossenschaft vor. Im internationalen Jahr des Bodens 2015 gegründet, ist sie innerhalb von nur 4 Jahren auf 4130 Mitglieder angewachsen. Ihr Ziel: Soviel Bodenflächen wie möglich in ganz Deutschland zu sichern, dauerhaft aus dem Markt zu nehmen und einer nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Denn: Boden ist Leben. Ist er gesund, versorgt er uns mit Lebensmitteln, sauberem Wasser und bindet mehr CO2 als der Regenwald.
Trotzdem stößt die Zerstörung durch nicht nachhaltige Bodennutzung zugunsten von Einzelinteressen offenbar an keine Grenzen und es stellt sich die Frage, wovon zukünftige Generationen eigentlich leben sollen. Die BioBoden-genossenschaft als eine wachsende Gemeinschaft, in der jeder nach seinen Möglichkeiten ein Stück Boden sichert, bietet hier eine Alternative. Gemeinsam wird Verantwortung für unsere Lebensgrundlage übernommen.
Mit Stichtag 30. April 2019 konnte die Genossenschaft 3.280 Hektar Boden auf 58 Partnerhöfen sichern.
Ein weiterer Hof in Schleswig-Holstein und Flächen in Niedersachsen wurden einer Stiftung übertragen.
Die Vision, gemeinsam die Agrarwende hin zu mehr ökologischer Landwirtschaft zu gestalten, wird so Stück für Stück Realität.

Am 5.06.19 erfolgte eine Diskussionsrunde im kleinen Saal der Stadthalle Detmold zum Thema: Bodennutzung für Infrastrukturprojekte – Segen oder Fluch? – Wer gewinnt – wer verliert? Rolf Merchel – Geschäftsführer von der GILDE-Wirtschaftsförderung Detmold, Thomas Lammering – Technischer Beigeordneter der Stadt Detmold, Markus Krüger – BUND Kreis Lippe, Peter-Eric Froböse – Landwirt und Annette Heuwinkel-Otter – Aktionsbündnis: Schützt Menschen und Tiere im Detmolder Westen e.V., beleuchteten die Thematik in Kurzvorträgen. Rolf Merchel verwies auf die Schaffung von Arbeitsplätzen, die aus seiner Sicht nur durch neue Gewerbegebiete in Detmold entstehen und gesichert werden könnten. Heuwinkel-Otter machte klar, dass ein “Naturschutzgewerbegebiet” in Detmold nicht realistisch sei, da das Naturschutzgebiet Oetternbach im Falle einer Bebauung, wie von der Stadt Detmold geplant, Schaden nehmen würde. Der feuchte Boden in der Region mit der dazugehörigen Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren sind nicht mit der Versieglung von Flächen vereinbar. Außerdem stellte sie klar, dass die Region nicht mehr Arbeitsplätze brauchen wird, sondern mehr Arbeitskräfte. Schon jetzt besteht ein Fachkräftemangel in Lippe von 6.000 Personen, der im Jahr 2030 auf 14.000 Personen anwachsen wird (ihk-fachkraefte-nrw.de). Die offenen Arbeitsplätze zu besetzen wird die Herausforderung der Zukunft sein, resümierte sie.
Markus Krüger erläuterte für den BUND Kreis Lippe die grundsätzliche Situation des Bodenverbrauchs in Deutschland und Europa. Ungefähr 70 ha Bodenfläche werden in Deutschland für Straßenbau, Gewerbegebiete, Wohnbau, etc. PRO TAG versiegelt. Gleichzeitig sind 60% der für die Europäischen Bürger und die Europäische Wirtschaft genutzten und versiegelten Böden AUSSERHALB von Europa. “Wir verbrauchen den Boden der anderen”, resümierte Markus Krüger und erläuterte anschließend, in welchem Umfang ein ganz konkretes Projekt in Lippe, der geplante Neubau der B239, wieder weitere 150 ha heimischen Bodens “verbraucht”. Aus Sicht des BUND ist ein schnelles grundlegendes Umdenken mit neuen Konzepten dringend notwendig. Die Veranstaltung moderierte Stefan Wolf, von der Gläsel-Stiftung Detmold. Eine zweistündige Diskussion entfachte, die das große Interesse der Gäste an dem Thema wiederspiegelte. Herr Lammering nahm aufgrund einer anderen Veranstaltung nur bis 20:00 Uhr teil, was schade war, da viele Fragen den städteplanerischen Bereich betrafen. F. Mellies, als Teamleitung der Städtebaulichen Planung Detmold, stellte sich den vielen Fragen vertretungsweise.

Am 6.06.19 startete um 9:00 Uhr am Bahnhof Detmold eine Busexkursion, die Bodenverhältnisse am Rolfschen Hof, das Kompostwerk in Lemgo, die Solidarische Landwirtschaft in Dalborn, das Gewerbegebiet West in Detmold und das geplante Gewerbegebiet an der Lageschen Straße, die Balbrede besuchte. 36 Gäste waren dabei. Die Region um das Naturschutzgebiet (NSG) Oetternbach beeindruckte die Exkursionsteilnehmer.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Detmold, Frau Christ-Dore Richter nahm an diesem Besichtigungspunkt teil und war auch beim Mittagessen im Syrtaki dabei. Ein Spaziergang von der Lageschen Straße zum NSG machte erlebbar was es bedeutet, sich vom lautstarken Autolärm hin zur Ruhe im NSG zu bewegen.
Große Fototafeln mit Beschreibungen zeigten eine Auswahl der im NSG Oetternbach lebenden Insekten. Der NABU-Insekten-Experte Hans Dudler erläuterte eindrucksvoll die Artenvielfalt in diesem Gebiet. Immer wieder wies er darauf hin, dieses oder jenes Insekt sei ein guter Biotopanzeiger, was bedeutet, das Gebiet ist (nocht!) intakt. Die Tafeln sind Bestandteil eines mobilen „NaturInfoPfads Oetternbach“, den das Aktionsbündnis derzeit entwickelt. Schulklassen und Akteure von Veranstaltungen können die „NaturInfoPfad Oetternbach“ Tafeln später zu Informationszwecken ausleihen.

Hier gibt’s Vorträge von Anita Idel:

27. Juni 2019
Vortrag “Mythos Klimakiller”

Am 9.5 hatte der BUND Lemgo und Lippe im Wandel zum Vortrag mit Dr. Anita Idel ins Kastanienhaus Lemgo geladen.

DIE KUH – EIN KLIMAKILLER??

Gut gefüllt war der Raum im Kastaninhaus der AWO in Lemgo zum Vortrag von Dr. Anita Idel über den Mythos „Klimakiller Kuh“. Die Referentin ist Tierärztin, freie Wissenschaftlerin und Mediatorin sowie Autorin des Buches „Die Kuh ist kein Klima-Killer.“

Der Einladung des BUND Lemgo und Lippe im Wandel waren mehr als 40 interessierte Menschen aus Lippe gefolgt, um zu erfahren, was es damit auf sich hat.

Bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche hat Grasland weltweit einen Anteil von 70 %. Graslandökosysteme speichern weltweit 50% mehr Kohlenstoff als Waldökosysteme. Es ist damit die erfolgreichste Permakultur.

Obwohl das so ist, bemängelte Dr. Idel, konzentriere sich Forschung überwiegend auf das Ackerland. Das hat zur Folge, dass die Potenziale nachhaltiger Beweidung für Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt und damit zusammenhängend für das Weltklima und den Wasserhaushalt, weitgehend unerkannt und ungenützt bleiben.

Dabei sind die fruchtbarsten Böden, die wir heute kennen, alles ehemalige Steppenböden. Durch Jahrtausende lange Koevolution von Grasland und Weidetieren entstand ihre hohe Fruchtbarkeit, die wir heute durch falschen Ackerbau langsam wieder zerstören.

Die Entstehung der Bodenfruchtbarkeit des Graslandes ist eine Folge der hohen Wurzelmasse, die zu Humus umgewandelt wird. Nirgends fällt das Verhältnis von oberirdischer Pflanzenmasse zu Wurzelmasse so stark zugunsten der Wurzelmasse aus wie bei Graspflanzen. Da jedweder pflanzlicher Zuwachs aus dem CO2 der Luft entsteht, entzieht ein hoher Humusgehalt der Luft entsprechend den Kohlenstoff.

Dr. Idel wies darauf hin, dass jede zusätzliche Tonne Humus im Boden die Atmosphäre um 1,8 Tonnen Kohlendioxid entlastet bzw. der Verlust belastet. Dieses hohe Potenzial des Graslandes bezüglich des Klimaschutzes kann aber nur bei nachhaltiger Beweidung genutzt werden

Warum ist die Kuh trotzdem in Verruf geraten, ein Klimakller zu sein?

Weil wir Millionen von Rindern halten, die nicht auf Grasland leben, sondern quasi auf Ackerland. Denn für sie wird Futter (Mais, Getreide, insbes. Soja) auf den guten Ackerböden angebaut, während sie ihr Leben ohne Weidegang fristen müssen. Dafür kann aber die Kuh nicht verantwortlich gemacht werden. Da der Mensch das Grünland kaum richtig nutzt, werden dessen Potenziale verkannt und der Status quo der dauerweiden verschlechtert sich dramatisch hinsichtlich Klimaauswirkung und Biodiversität bei uns, führte Idel aus. Dr. Idel kritisiert zudem, dass die meisten Studien darauf beschränkt werden, die Methan (CH4) Emissionen pro Kilogramm Fleisch oder Milch zu messen. Methan entsteht bei den Verdauungsvorgängen im Pansen einer Kuh und ist 25mal so relevant für das Klima wie CO2. Doch Kühe, die in Ställen mit Ackerfutter gefüttert werden, können der Belastung der Atmosphäre durch Methan keine Entlastung durch Humusbildung auf der Weide entgegenhalten.

Nicht berücksichtigt wird auch, dass die Herstellung von Stickstoffdünger für Ackerfrüchte extrem Energieaufwendig ist und pro Tonne Stickstoff rund 5 Tonnen CO2 freisetzt. Bei seiner Anwendung auf dem Acker entstehen zudem pro hundert Tonnen Dünger zwei bis fünf Tonnen Lachgas (N2O). Das ist mehr als 300mal so klimarelevant wie C02 und zwölfmal klimarelevanter als Methan.

Werden Kühe aber an dem gemesssen, was sie am Besten können, nämlich Gras verwerten, so die Schlussfolgerung von Frau Dr. Idel, dann können gesunde Kühe Fleisch oder jährlich 5.000 l Milch aus Gras erzeugen. Das ist Klimaschutz und Artenschutz zugleich auf der Weide, ohne Nahrungskonkurrenz zum Menschen.

Nach diesem informativen und spannenden Vortrag entspann sich eine lebhafte und spannende Diskussion zu der auch viele der anwesenden Landwirte*innen beitrugen. So wurde es 23 Uhr bis die letzten Teilnehmer*innen den Saal verliessen.

26. Mai 2019